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Bear Stearns - Geschichte wiederholt sich


Viele fühlen sich momentan an das Jahr 2000 erinnert, als Bear Stearns sein Europageschäft just zu dem Zeitpunkt ausbaute, als der Zyklus der Branchenkonjunktur kippte.

Nachdem Bear Stearns seit Anfang des Jahres die Belegschaft in London um 2.000 Banker aufstockt und eine Niederlassung in Paris eröffnete, gab die US-Bank Anfang September die Eröffnung eines neuen Büros in Frankfurt bekannt.

Für dieses neue Büro werden derzeit Banker für die Equity-, Fixed Income- und Investmentbanking-Teams gesucht. Schwerpunkt der Tätigkeit soll jeweils auf Marketing und Originating liegen. Bislang ist Bear Stearns mit einem kleinen Kernteam in der Main-Metropole tätig.

Aber ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um das Personal aufzustocken und neue Niederlassungen zu eröffnen? Der Glanz der Marke Bear Stearns ist als Folge der direkten Beteiligung zweier Bear Stearns-Hedgefonds in die US-Subprime-Krise mehr als nur ein bisschen getrübt. Co-Präsident Warren Spector musste deswegen gehen, in den USA wurden 240 Stellen gestrichen und zwei Niederlassungen geschlossen. Übernahmegerüchte gehen um.

Zweifeln berechtigt

Hat man hierzu die unrühmlichen früheren Expanisonsbemühungen der Bank in Europa im Hinterkopf, dürften Jedem, der sich anschickt, bei Bear Stearns anzufangen, berechtigte Zweifel kommen. Nach heftigen Neueinstellungen im Bereich M&A im Jahr 2000 wurden zwischen 2001 und 2003 mehr als die Hälfte der Bear Stearns-Banker wieder vor die Tür gesetzt.

„Wir haben das Büro in Frankfurt als Teil unseres europäischen Wachstumsprogramms eröffnet, auch weil wir erkannt haben, dass wir eine ständige Präsenz in Deutschland benötigen, um näher an unseren Kunden zu sein“, begründet Florian Lahnstein, Co-Head of Investment Banking in Europa bei Bear Stearns, das Engagement. „Wir bauen unsere Angebotspalette für unsere deutschen Kunden aus, aufbauend auf unserer Expertise in Equities, Equity Derivates, Fixed Income Sales und Structured Products wie auch in M&A, Leveraged Finance und Debt/Equity Capital Markets Products.“

Zumindest hinter den Bereich Leveraged Finance muss man wohl derzeit ein dickes Fragezeichen setzen. Und auch den weiteren Bereichen der europäischen Expanison sprechen Branchen-Insider die Nachhaltigkeit ab: „Ich glaube nicht, dass Bear Stearns sich wirklich hundertprozentig an sein europäisches Geschäft gebunden fühlt. Wahrscheinlich werden sie erneut einstellen und anschließend auch wieder entlassen. Aber das werden andere Banken wohl auch tun“, so ein Headhunter.

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