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Versicherungen - Auftakt zur Tarifrunde


Nach Gewerkschaftsansicht soll es 6,5% mehr Geld für Versicherungsangestellte geben. Doch zähe Verhandlungen kündigen sich an.

Am Dienstag, den 25. September wurden in Hamburg die diesjährigen Tarifverhandlungen für die rund 220.000 Beschäftigten der deutschen Versicherungswirtschaft aufgenommen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert eine rückwirkende Anhebung der Gehälter und Ausbildungsvergütungen ab 1. September um 6,5%.

„Auf Grund der hervorragenden wirtschaftlichen Situation der Versicherungswirtschaft erwarten die Beschäftigten eine deutliche Gehaltserhöhung“, erklärte ver.di-Verhandlungsführer Uwe Foullong. „Nachdem Vorstände und Aktionäre stark von den hohen Gewinnen der Versicherungsunternehmen profitiert haben, sind jetzt die Angestellten dran“, so Foullong weiter.

Doch das scheint so einfach nicht zu werden: Die Arbeitgebervertreter ihrerseits legten kein Angebot vor. "Wir haben eine geteilte wirtschaftliche Entwicklung. Exportorientierte Branchen profitieren stark vom wachsenden Welthandel, während binnenmarktorientierte Branchen - wie die Versicherungen - von diesem Boom nicht viel mitbekommen", begründet Jörg Müller-Stein, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Arbeitgeberverbands der Versicherungsunternehmen in Deutschland (agv), die Zurückhaltung der Arbeitgeber.

Beide Seiten stellen Forderungen

Forderungen auf beiden Seiten stehen sich gegenüber: Während ver.di u. a. eine deutliche Erhöhung der in den letzten Jahren stark rückläufigen Ausbildungsquote, einen Anspruch der Auszubildenden auf eine mindestens befristete Übernahme nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung und ein Kündigungsverbot bei Unternehmen mit Gewinnen fordert, wollen die Arbeitgeber insbesondere Flexibilisierungen der leistungsorientierten Vergütung sowie der Arbeitszeitregelungen erreichen.

Das Ganze erinnert ein wenig an die Situation im genossenschaftlichen Bankgewerbe. Die tarifgebundenen Banker der Volks- und Raiffeisenbanken sind inzwischen seit über 15 Monaten ohne Gehaltstarifvertrag, da sich ver.di und der Arbeitgeberverband der Volks- und Raiffeisenbanken (AVR) nicht auf einen Abschluss verständigen konnten. ver.di forderte zu Beginn der Tarifrunde Gehaltserhöhungen von 5%, die Arbeitgeber machten auch hier kein Angebot.

Den Versicherungsangestellten ist zu wünschen, dass sich ihre Verhandlungen weniger lange hinziehen und beide Seiten kompromissbereiter sind.

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