Die Schweizer Finanzbranche sucht im vierten Quartal weniger rege Personal als bisher. Gesucht sind Private Banker und Führungskräfte.
Das berichtet Heinz Bräger, der bei Oprandi & Partner für Finanzjobs zuständige Partner. Vor allem im Risikomanagement, Asset Management und Investment Banking geht demnach die Nachfrage zurück. „Die Banken treten bei Rekrutierungen auf die Bremse“, sagt Bräger. Auch die Angestellten sind weniger wechselwillig, weil der Markt geringere Jobsicherheit bietet. „Entlassungswellen wie in den USA gibt es aber nicht“, stellt er fest.
Dagegen läuft im Schweizer Hauptgeschäftsfeld, dem Wealth Management, der Motor noch rund. Hier treffen stete Nachfrage und wechselwillige Fachkräfte aufeinander. Allerdings mit etwas weniger Dynamik als sonst: „Im vierten Quartal ist die Fluktuation generell tief, weil alle auf die Boni warten“, so Bräger. Auch auf die IT-Fachleute haben die momentanen Verwerfungen im Kreditgeschäft keinen Einfluss genommen. Es gibt hier weiterhin einen massiven Mangel an Fachkräften. Gesucht ist man besonders, wenn man sowohl vom Banking als auch von IT etwas versteht.
Für die Monate bis September hatte indessen der Stellenindex für das Finanz- und Rechnungswesen noch von einer zunehmenden Personalnachfrage auf dem Finanzplatz Schweiz berichtet. Dieser Index war seit dem Frühling stetig bis auf die neuesten 138,8 Punkte angestiegen, ohne aber seine Rekordniveaus vom Januar 2007 mit 144 Punkten zu berühren.
Der von der Personalberatung Contaplus, der Wirtschaftszeitung „Finanz und Wirtschaft“ und Topjobs gemeinsam herausgegebene Index zeigt ausserdem, dass vor allem nach Führungskräften eine ungebrochen anziehende Nachfrage besteht. Bei Controllern hingegen konnte eine etwas geringere Nachfrage verzeichnet werden.