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„Gekränkter Stolz ist fehl am Platz“


Sie haben weniger Bonus bekommen als im letzten Jahr? Für übereilte Flucht ist jetzt die falsche Zeit.

Viele Banken in Frankfurt haben die Bonuszahlungen für das vergangene Jahr inzwischen bekannt gegeben. Insgesamt sieht es gar nicht so schlecht aus - und doch bleiben viele Banker hinter den Vorjahreszahlungen zurück.

„Zwar sieht es nicht so schlimm aus wie befürchtet, doch die Bonuszahlungen sind wesentlich differenzierter ausgefallen als in der vergangenen Periode“, erklärt Özcan Acikel, Geschäftsführer des Frankfurter Büros der Personalberatung Smith & Jessen Headhunters.

Will sagen: Die Anzahl derjenigen, die mehr Bonus erhalten haben als im Vorjahr ist stark gesunken, während die Anzahl der geringer Vergüteten stark gestiegen ist. „Insbesondere auf der Credit-Seite und im Leveraged Finance waren Cuts zu beobachten“, weiß Acikel.

Trend zu sinkenden Cash-Anteilen

Darüber hinaus beobachtet er einen zunehmenden Trend hin zu sinkenden Cash-Anteilen. Die Beimischung von Aktien bzw. Optionen ist stark angestiegen. Gerade angesichts der unsicheren Börsenkursentwicklungen sind solche Papiere mit einem Investmenthorizont von etwa 3 Jahren nicht gerade beliebt.

Weniger Bonus, sinkender Cash-Anteil - da gibt es viele frustrierte Banker. Doch den Frust in Form übereilter Kündigungen abzubauen, ist derzeit nicht zu empfehlen. „Die Alternativen sind gerade für diejenigen, die 30 bis 50 % weniger Bonus erhalten haben, derzeit begrenzt“, so Acikel. „Gekränkter Stolz ist also fehl am Platz.“

Denn der Markt ist zweigeteilt: Die Top-Performer der Teams sind quer durch alle Sektoren auch von anderen Instituten begehrt und können verhältnismäßig leicht auch weitere Gehaltssteigerungen bei potenziellen neuen Arbeitgebern heraushandeln. Der Banker mit durchschnittlicher Perfomance hingegen hat es je nach Betätigungsfeld schwer.

Doch nicht alle, die weniger Bonus erhalten haben, müssen Acikel zufolge jetzt schwarzsehen: „Auch unter den Nichtbezahlten gibt es Ausnahmeerscheinungen - und die sind überall begehrt!“

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