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Suche nach sicherem Hafen


Wohin als Investmentbanker, wenn Sie nicht vom Regen in die Traufe kommen wollen?

Im Investmentbanking wird entlassen. Top-Talente brauchen sich keine Sorgen zu machen, neue Jobs bei anderen Investmentbanken zu finden. Für viele Durchschnittsbanker allerdings gibt es angesichts der weltweiten Marktlage kaum Alternativen. Sie konkurrieren dazu auch noch mit Nicht-Entlassenen, die aufgrund der unsicheren Situation einen „Safe Haven“ suchen.

„Bei Ausnahmeerscheinungen kann es immer noch zu regelrechten „bidding wars“ kommen, doch viele Banker haben keine Aussichten auf neue attraktive Tätigkeiten im Investmentbanking“, so Özcan Acikel, Geschäftsführer des Frankfurter Büros der Personalberatung Smith & Jessen Headhunters.

Was für Alternativen kann es denn geben? „Private Banking, Asset Management oder Wealth Management können ein ideales Auffangbecken auch für Investmentbanker sein“, so der Personalberater. In diesem Bereich gibt es derzeit viel Dynamik, die Geschäfte laufen hervorragend.

Große Gewinne im Private Banking

„Die großen Gewinne werden in absehbarer Zeit im Private Banking gemacht“, kommentiert auch Analyst Dirk Becker von Kepler Equities die Ankündigung der Credit Suisse, in den kommenden 24 Monaten 1.000 neue Mitarbeiter im Private Banking einstellen zu wollen. Die Schweizer Großbank traut offenbar den Private Bankern zu, die Verluste anderer Geschäftsbereiche auszugleichen.

Auch die Schweizer Bank Sarasin will mit ihrer Anfang Februar neu erhaltenen Vollbanklizenz im Private Banking in Deutschland gut verdienen: „Wir sind hocherfreut, im wichtigsten europäischen Private Banking Markt am Beginn einer neuen Ära für die Bank Sarasin zu stehen“, zeigt sich Eric G. Sarasin, Aufsichtsratsvorsitzender der neuen Deutschlandtochter, von den Chancen im Private Banking überzeugt.

Investmentbanker sind dazu Özcan Acikel zufolge grundsätzlich geeignet, da sie neben tiefen Kenntnissen der Finanzbranche ein sehr gutes Verständnis für komplexe finanzielle Problemstellungen haben.

Gute Kundenkontakte nutzen

Die größten Chancen ergeben sich dabei bei den großen Privatbanken, die Kunden und Gelder bereits im Haus haben. Schwieriger wird es, wenn - wie vielfach in der Branche - Berater gesucht werden, die eigene Assets mitbringen. Doch auch das muss nicht unbedingt ein Problem sein: „Investmentbanker haben oft gute Kontakte zu ihren Kunden“, erklärt Acikel. „Oft sind dies Familienunternehmen, deren Inhaber „ihrem“ Banker durchaus auch ihre privaten Vermögenswerte anvertrauen würden.“

Sichere Häfen gibt es jedoch auch außerhalb des Bankings. Vor allem Corporate Investment Banker können verhältnismäßig leicht die Seite wechseln: In den Mergers und Acquisition-Abteilungen oder auch im Treasury großer und mittelständischer Unternehmen sind erfahrene Investmentbanker Acikel zufolge gefragt.

Das Investmentbanking ist im Gegensatz zu diesen Alternativen derzeit eher ein Haifischbecken.

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