Die Schweizer Finanzbranche ist für die Wirtschaft des Landes von zentraler Bedeutung. Sie beschäftigt mit mehr als 200.000 Personen über 5 % der arbeitenden Bevölkerung. Die Unternehmen liefern 15 % der Wertschöpfung und 16 % der nationalen Steuereinnahmen. Darin sind die indirekt mit dem Finanzsektor verbundenen Aktivitäten nicht eingerechnet.
Ausgerechnet in dieser Branche ist es nun mit den Fehlentwicklungen im Investment Banking bei der UBS und Credit Suisse zu grossen Problemen gekommen.
Bei der UBS sucht man die Antwort in einer Redimensionierung des Investment Bankings. Allerdings möchte man nichts von einer völligen Aufgabe dieses Geschäftszweigs oder von einer juristischen Trennung in eine eigene Gesellschaft wissen.
Bessere Schutzmassnahmen
Genau das fordern aber andere Exponenten, unter anderem der ehemalige UBS-Konzernlenker Luqman Arnold. Seiner Auffassung nach würde eine so eindeutige Massnahme das Schweizer Geschäft im Private Banking besser schützen.
Die UBS streicht hingegen die Synergien zwischen Investment Bank und Private Banking heraus. Das Investment Banking soll nun neu strukturiert werden und künftig nur mit dem eigenen Geld wirtschaften können. Der Quersubventionierung innerhalb des Konzerns möchte man so einen Riegel vorschieben.
Der Privatbankier Konrad Hummler macht sich derweil für eine grundsätzlich bessere Separierung der diversen Bankgeschäfte stark. In der „Handelszeitung“ verlangte er eine Neuauflage des Glass-Steagall-Acts, der in den USA in den 1930er Jahren die Investment Banken vom übrigen Geschäft trennte.
Braucht es eine solche drastische Massnahme? Bietet erst die völlige Abkehr vom risikoreichen Investment Banking wirklich Schutz für das renommierte Schweizer Private Banking, das einen Weltruf zu verlieren hat?