Zwischen Anforderungsprofil und Qualifikationen klafft bei vielen Bewerbern aus dem Finanz- und Rechnungswesen eine große Lücke. Das ist das Ergebnis einer Studie des Personaldienstleisters Robert Half, an der 6.000 Befragte in 20 Ländern teilgenommen haben.
Viele Personalchefs säßen demnach häufig Kandidaten gegenüber, denen das notwendige Wissen fehlt. Qualifikationsprofile werden von vielen Jobsuchenden mehr als vager Hinweis denn als ernstzunehmende Anforderung verstanden, so Robert Half.
63 Prozent der Befragten sind sogar der Meinung, dass weitaus mehr als die Hälfte aller Kandidaten nicht über die nötigen Kompetenzen verfügt. Lediglich elf Prozent der Personalverantwortlichen sind in der glücklichen Lage, nur jede zehnte Bewerbungsmappe gleich wieder auf die Seite legen zu müssen.
„Angesichts der verringerten Anzahl von Unternehmen, die momentan noch einstellen, ist es für Jobsuchende natürlich schwierig geworden, eine neue Stelle zu finden“, sagte Robert-Half-Europa-Chef Sven Hennige. „Dennoch empfiehlt es sich, vor dem Absenden einer Bewerbung genau zu prüfen, ob man dem geforderten Profil entspricht. Bewerbungen nach dem Gießkannenprinzip führen lediglich zu Absagen und Frustration.“
In den meisten Personalabteilungen in der Schweiz spielt das Qualifikationsproblem derzeit aber nur eine untergeordnete Rolle. Zur Zeit wollen nur 16 Prozent der befragten Unternehmen in der Schweiz, die Belegschaft vergrößern.
Während fast drei Viertel der Firmen keine Personaländerungen vornehmen will, planen acht Prozent, Personal abzubauen.
Jedoch zeigen diese Zahlen, dass sich die Auswirkungen der Wirtschaftskrise in der Schweiz bisher nur moderat bemerkbar machen: So planten 2008 sogar noch weniger Unternehmen, zusätzliche Mitarbeiter einzustellen (13 Prozent), als dies aktuell der Fall ist. Lediglich die Zahl der Personalverantwortlichen, die Entlassungen nicht ausschließen können, war im Vergleich zu heute im vergangenen Jahr deutlich geringer (ein Prozent).
Mehr als jeder Zweite der einstellungswilligen HR- und Finanzmanager die zusätzlichen Personalkosten aufgrund von Unternehmenswachstum auf sich (53 Prozent). Ein Viertel der Befragten möchte mit Hilfe der Neueinstellungen wachsende Arbeitspensen bewältigen (24 Prozent) und nahezu jeder Fünfte benötigt die neuen Mitarbeiter für System-Upgrades (18 Prozent).
33 Prozent der Personalverantwortlichen entscheiden sich dafür, Mitarbeiter, die in Pension gehen oder die Firma von sich aus verlassen, nicht mehr zu ersetzen. Die Gründe für eine reduzierte Mitarbeiterzahl waren in jeweils 22 Prozent der Fälle Budgetkürzungen, die zu Entlassungen führten, Unternehmenszusammenschlüsse und abgeschlossene Projekte, nach denen die Fachkräfte nicht mehr benötigt werden.