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Swiss Life streicht schon wieder Stellen - 220 Entlassungen angekündigt

Beim Lebensversicherer Swiss Life werden nach November 2008 erneute Hunderte Mitarbeitende entlassen. In der Schweiz sollen 520 Arbeitsplätze wegfallen, das entspricht gut sechs Prozent der Konzernbelegschaft. Vom Abbau sind vor allem Bereiche betroffen, die nicht in der Beratung und Betreuung der Kunden arbeiten.

Davon entfallen 480 auf den Konzernbereich Schweiz, wo 220 Mitarbeitende vor die Tür gesetzt werden sollen. Weitere 200 Stellen sollen über die Nichtbesetzung von freigewordenen Stellen - neudeutsch: natürliche Fluktuation - abgebaut werden; 60 offene Stellen wurden in den letzten Monaten erst gar nicht besetzt. "Wir wollen, dass die betroffenen 220 Mitarbeiter, aber auch all jene, auf die wir in ­Zukunft zählen, bis Anfang Oktober wissen, woran sie sind", sagte Konzernchef Bruno Pfister.

"Der Abbau eines Sechstels der Stellen ist ein harter Schritt für das Personal", sagte Barbara Gisi, Leiterin Angestelltenpolitik bei der Gewerkschaft KV Schweiz zu den Stellenabbauplänen. Sie hat die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben, dass Swiss Life auf Entlassungen verzichten wird. Die natürliche Fluktuation solle ausgenützt und die Möglichkeiten des internen Stellenmarktes optimal ausgeschöpft werden, so Gisi weiter. Außerdme sollen nach dem Willen der Gewerkschaft unbezahlter Urlaub, Auszeit sowie vermehrte Teilzeitarbeit angewendet werden, wenn damit Entlassungen vermieden werden können.

Auch bei der erst vor einem Jahr übernommenen deutschen Tochter AWD sollen die Restrukturierung beschleunigt und Holding-Funktionen abgebaut werden. Bis 2011 soll aber niemand beim Hannoveraner Strukturvertrieb aus betriebsbedingten Gründen entlassen werden, so Bruno Pfister. Swiss Life beschäftigt in Deutschland rund 730 Mitarbeiter.

Besonders AWD liegt Swiss Life schwer im Magen. Das für 1,2 Mrd. Euro übernommene Unternehmen belastete die Halbjahresbilanz mit einem Minus von 28 Mio. Franken. "Immerhin hat Swiss Life entgegen Marktbefürchtungen keine Wertberichtigungen auf den Kaufpreis vornehmen müssen", sagte Analyst Georg Marti von der Zürcher Kantonalbank. Versicherungsanalyst Tobias Brütsch von Vontobel wollte dennoch nicht ausschließen, dass der Konzern einen Teil des AWD-Kaufpreises noch im laufenden Jahr abschreiben muss.

"Swiss Life begleitet den Abbauprozess mit dem seit 2004 gültigen, zwischen den Sozialpartnern ausgehandelten Massnahmenplan", sagte Schweiz-CEO Ivo Furrer. Dabei werde das Unternehmen sowohl natürliche Fluktuation und die Möglichkeiten der Arbeitszeitmodelle nutzen, so Furrer. Außerdem sollen die betroffenen Mitarbeitenden in ihrer beruflichen Neuorientierung individuell begleitet und unterstützt werden.

Swiss Life hat zwar derzeit in der Schweiz 65 Stellen ausgeschrieben. Wegen des faktischen Einstellungsstopps sollten sich Stellensucher Bewerber aber gut überlegen, ob es sich lohnt, eine Bewerbung zu schicken.

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