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Was die Übernahme von ING Schweiz für die Julius-Bär-Mitarbeiter bedeutet!

Mit der größten Übernahme in der europäischen Vermögensverwaltungsbranche seit Ausbruch der Finanzkrise nimmt die Konsolidierung in der Schweiz Fahrt auf.

Julius Bär schluckt für 520 Mio. Franken das Schweizer Privatbankgeschäft des niederländischen Finanzkonzerns ING. Die Sparte verwaltet für ihre Kunden 15 Mrd. und erhöht damit das von Julius Bär verwaltete Kundenvermögen schlagartig um zehn Prozent.

„Mit der Akquisition dieser qualitativ hochstehenden, profitablen Bank mit einem starken Leistungsausweis nutzen wir die aktuellen Marktbedingungen gezielt aus", jubelte Verwaltungsratspräsident Raymond Bär.

Die Julius Bär Gruppe, die Anfang Oktober aus der Aufspaltung der alten Bär Holding entstand, beschäftigt weltweit mehr als 3.000 Mitarbeitende. Sie ist in der Schweiz an mehr als einem Dutzend Standorten vertreten und gilt als der größte reine Vermögensverwalter des Landes.

Analysten begrüßten die Übernahme: "Aus strategischer wie auch finanzieller Sicht ist die Transaktion als attraktiv zu bewerten, sagte Andreas Venditti von der Zürcher Kantonalbank.

Der "unterdurchschnittliche" Kaufpreis entspreche 3,5 Prozent der Kundenvermögen, was an der Herkunft der Vermögenswerte liege, die überwiegenden von ausländischen Kunden - also offshore - stammen.

Die ING-Sparte beschäftigt 310 Mitarbeitende, darunter 80 Kundenberater. Rund 200 Mitarbeitende arbeiten in Genf. Mit der Übernahme willJulius Bär nun neben der französisch sprechenden Schweiz aber auch das Geschäftsvolumen in Osteuropa und Russland ausbauen.

Die ING-Standorte in Genf, Basel, Crans-Montana, Lausanne, Lugano und Zürich sowie die Niederlassungen in Monaco und Jersey sollen mit bestehenden Einheiten von Julius Bär zusammengeführt werden.

Durch den Zukauf, der bereits im ersten Quartal 2010 abgeschlossen werden soll, kommen auf das Zürcher Traditionshaus Integrationskosten von 65 Mio. Franken zu, dem jährliche Einsparungen von 35 Mio. Franken in der Informatik, dem Backoffice und den Stabsfunktionen gegenüber stehen sollen.

Wie viele Mitarbeiter im Zuge der Fusion ihren Arbeitsplatz verlieren, teilte die Bank nicht mit. Mit einem "gewissen" Stellenabbau sei aber zu rechnen, sagte Konzernsprecher Jan Bielinski.

Auch die Gewerkschaften Schweizerischer Bankpersonalverband und KV Schweiz wollten die Übernahme zunächst nicht kommentieren und verwiesen auf Konsultationen mit dem Bär-Management.

Für Headhunter ist dagegen klar, dass es zu herben Einschnitten kommen wird. "Am Ende werden weniger als die Hälfte der ING-Mitarbeiter im Back-Office und den Zentralfunktionen übrig bleiben", sagte Klaus Biermann, Inhaber einer auf Finanzberufe spezialisierten Personalberatungsgesellschaft in Zürich.

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